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Weihnachten - Hausgottesdienst

Gottesdienstimpuls für den Heiligen Abend 2020

 

Krippe in St.Martin, Euskirchen – Stotzheim,2009, Privat

Nun ist es also soweit. Weihnachten ist da. Der Abend des 24. Dezember ist gekommen, wie jedes Jahr. Und doch ist nichts so wie jedes Jahr. Doch halt, das stimmt nicht. Die allermeisten haben einen Weihnachtsbaum. Die allermeisten haben ein traditionelles Essen, die einen schlicht, die anderen üppig. Und Geschenke gibt es auch. Und das Allerwichtigste: Gott will zum Menschen kommen, damals in der Gestalt eines Menschen, eines Neugeborenen, heute, wo zwei oder drei in Seinem Namen versammelt sind, oder wo auch nur eine Sein Wort aufnimmt, und IHM Raum gibt, wie damals Maria, als sie sprach: "Mir geschehe nach deinem Wort". So lade ich Sie herzlich ein, IHN jetzt bei sich ankommen zu lassen, Seinem Wort Raum zu geben.

Hilfreich dafür ist das gute Sitzen, vielleicht eine aufgeschlagene Bibel oder ein Gotteslob, ein aufgestelltes Krippe oder das Sitzen mit Blick auf die Krippe, so dass für Sie eine Andachtsatmosphäre entsteht.

Dann kann diese Begegnung mit Gott mit dem Kreuzzeichen beginnen.

 

LIED: 218, 5.

"Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür Dir offen ist.                  Ach zieh mit Deiner Gnade ein, Dein Freundlichkeit auch uns/mir erschein´.     Dein Heil´ger Geist uns/mich  führ´ und leit´ den Weg zur ew´gen Seligkeit. Dem Namen Dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr´."

 

Die Geburt des Gottessohnes ist nicht historisch beweisbar. Nicht einmal, dass in Betlehem damals überhaupt in einem Stall ein Kind zur Welt gekommen ist. Und das Weihnachtsfest ist auch in der Kirche erst spät ent-deckt und gefeiert worden. Aber dass in Jesus Gottes eingeborener Sohn zur Welt gekommen ist, das haben die Christen von Anfang an geglaubt. Darum ist die Erinnerung an Seine Geburt allemal ein Fest wert. Bereiten wir uns zur Feier dieses Festes und bitten Gott um sein Erbarmen, dass wir nicht hängen bleiben in der Trauer darüber, was heute alles nicht ist, aber auch nicht in der Freude, was dennoch möglich ist, sondern hinfinden zur Freude, dass Gott uns seinen Sohn schenkt.

Kyrie

Herr, ich glaube, dass DU in Maria menschliche Gestalt angenommen hast und durch sie zur Welt gebracht worden bist und auch jetzt zu uns kommen willst. Darum singen wir:     ( 160 )

"Gott des Vaters ew´ger Sohn, der Du kommst vom Himmelsthron:                       Christus, Herr, erbarme Dich.                                                                                     Aufgang des wahren Lichts, König des Weltgerichts:                                               Christus, erbarme Dich.                                                                                                  Friede, der zur Erde kam, Wort, das unser Fleisch annahm:                                    Christus, Herr, erbarme Dich."

"Der allmächtige Gott erbarme sich unser, er nehme von uns, was uns hindert seine Gegenwart wahrzunehmen, und erfülle uns so mit der Freude der Weihnacht. Amen.

Gebet

Herr, unser Gott, in dieser Nacht erfülle uns mit Freude über die Menschwerdung deines Sohnes, der unser ganzes Leben, von der Geburt bis in den Tod, alles Helle und alles Dunkle, sich zu eigen macht, um uns spüren zu lassen, dass uns nichts von Deiner Liebe trennen kann. So bitten wir durch IHN, Jesus Christus, unseren Herrn und Gott, der mit Dir und dem Geist lebt und herrscht in alle Ewigkeit.            Amen.                                                                       (nach dem Tagesgebet)

 

Lesung aus dem Buch Jesaja ( Kapitel 9, Verse 1 - 6; 1. +5 ):

"Das Volk, das im Dunkel sitzt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land des Todes wohnen, strahlt ein Licht auf... .  Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter. Man nennt ihn: Wunderbarer ratgeber, starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. ... ."

 

LIED :  247, 1. - 3.

"Lobt Gott, ihr Christen alle gleich, in seinem höchsten Thron,                                          der heut schließt auf sein Himmelreich :und schenkt uns Seinen Sohn,:.

Er kommt aus Seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein;                                       er liegt dort elend, nackt und bloß :in einem Krippelein,:

entäußert sich all seiner Gewalt, wird niedrig und gering                                                    und nimmt an eines Knechts Gestalt, :der Schöpfer aller Ding,:."

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 2, 1 -14 i.A.

"...Und als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet Euch nicht, denn ich verkünde Euch eine große freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist Euch in der Stadt Davids der retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll Euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Knd finden, das in Windeln gewickelt, in einer krippe liegt.Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sang:

LIED : 250 KV - Strophe 3 - KV

"Gloria in excelsis Deo, Gloria in excelsis Deo.                                                          Christ, der Retter, stieg hernieder, der sein Volk von Schuld befreit,                und der Engel Dankeslieder künden uns die Gnadenzeit.                         Gloria in Excelsis Deo, Gloria in excelsis Deo."                      ."

 

 

 

 

Zum Nachdenken

Ein Kind ist geboren - das ist alltäglich. Ein Kind ist unter armseligen Umständen geboren - das ist Gott sei Dank nicht mehr bei uns, aber leider in der Welt immer noch alltäglich. Den Eltern wurde schon im Vorhinein zugesagt, von Gott durch einen Engel mitgeteilt, dass dieses Kind, nicht von ihnen, sondern von Gott sei. Und das wird den Hirten auf dem freien Feld nun auch so gesagt und mit dem Engelschor eindrucksvoll unterstrichen. Der Heiland und Messias wird Mensch und darum ist auf der Erde, unter den Menschen Gottes Friede, Gottes Heil, da.

Aber stimmt das denn? Erleben wir nicht in diesen Tagen besonders nahe, dass dem gar nicht so ist? Ist den Betroffenen, die entweder selbst erkrankt sind, oder aus Vorsicht keinen Besuch empfangen dürfen, die, denen die Existenz bedroht oder schon vernichtet ist, nicht gerade das Gegenteil geschehen?

Am Dunkel der Nacht hat sich weder bei den Hirten damals, noch bei den Eltern etwas geändert. Im Gegenteil, die mussten sogar ins Exil fliehen, weil der Machthaber das Kind töten lassen wollte, fremde Sprache, fremde Menschen, fremde Kultur. Aber ... sie sind nicht mehr allein, da ist ein Dritter im Bund mit ihnen. Der geht gerade nicht als einer mit, der auf wunderbare Weise alle Gefährdungen von ihnen fernhält, sie fast magisch überwindet, sondern ihre Hilfe braucht, überlebensnotwendig braucht. Und in der Sorge um ihn, den Neugeborenen, bestehen sie das Dunkel, gehen den Weg nach Ägypten, und kehren zurück. damit ist das Dunkel nicht endgültig vorbei. Immer wieder werden sie, vor allem Maria, wie uns die Bibel erzählt, neu und anders ins Dunkel geführt, bis unter das Kreuz. Aber immer wieder erfahren sie auch, dass ER mit ihnen ist, ihnen Menschen anvertraut und das sie in der Sorge um die ihnen von IHM Anvertrauten, gehen können, durch das Dunkel gehen können und es wieder Licht wird, am Ende ewiges, himmlisches, göttliches Licht. Das ist auch uns zugesagt. Du gehst nicht allein, Dir sind andere anvertraut, in der Sorge für sie wirst du erfahren, dass der mitgeht, der dich durch das Dunkel ins Licht führt, der Messias, der Herr: Jesus Christus.     A M E N .

 

Lassen wir uns ein wenig Zeit, in unserem Leben auf Spurensuche zu gehen, wo wir erfahren haben, dass ER mitging, wer heute unserer Sorge anvertraut ist - und sei es der des Gebetes und des stellvertretenden Leidens, und zu welchem licht wir schon geführt worden sind.

 

LIED: 245, 2. + 4.:

 

"Welche Wunder reich an Segen stellt uns dies Geheimnis dar!                           Seht, der kann sich selbst nicht regen, durch den alles ist und war.                                  Lasst uns vor IHM niederfallen, IHM soll unser Dank erschallen:                                 "Ehre sei Gott, Ehre sei Gott, Ehre sei Gott in der Höhe!

 

 

Menschen liebt, o liebt IHN wieder und vergesst die Liebe nie!                              Singt mit Andacht Dankeslieder und vertraut, ER höret sie!                                              Lasst uns vor IHM niederfallen, IHM soll unser Dank erschallen:                                 Ehre sei Gott, Ehre sei Gott, Ehre sei Gott in der Höhe!"

 

Gebet um Weihnachstfreude:

( Nach jeder einzelnen Fürbitte können wir uns Raum geben, diese für Menschen, an die wir denken zu konkretisieren )

Herr Jesus Christus, bleibe bei uns

als das Licht in unserer Einsamkeit,

als das Licht in unserer Sorge und Angst,

als das Licht in unserer Enttäuschung,

als der Mut, die Einsamkeit anderer zu sehen und zu teilen,

als der Mut, die Sorgen und Ängste anderer zu verstehen und zu lindern,

als der Mut, die Enttäuschungen anderer - auch über uns - zu tragen

 

Lassen wir all unsere Gefühle und Bitten einmünden in das Gebet des Herrn:

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde Dein Name,

Dein Reich komme,

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden,

unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren           Schuldigern,

und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

A  M  E  N  .

 

 

"Ehre Gott in der Höhe. Ehre dem Vater, der der Ursprung ist.

Ehre dem Sohn, der in die Welt kommt. Ehre dem Geist. Er macht uns frei.

Ehre Gott in der Höhe und Friede auf Erden:

Die Sünder finden Gnade. Die Kranken werden geheilt.

Die Mächtigen werden beschämt. Die Armen hören die frohe Botschaft.

Ehre Gott in der Höhe und Friede auf Erden

und unter den Menschen Liebe, die den Tod überwindet,

die Tränen wegwischt aus unseren Augen; und siehe: Sie macht alles neu!"

( GL 8, 8 )

Das gewähre Euch,

euren Angehörigen und allen, an die Ihr heute denkt,

der allmächtige und barmherzige Gott,

der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

AMEN.

LIED:  249, 1. - 3.

"Stille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht                                          nur das traute hochheilige Paar, holder Knabe im lockigen Haar,                            schlaf in himmlischer Ruh´, schlaf in himmlischer Ruh´!

Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kundgemacht                                                durch der Engel Hallleluja tönt es laut von fern und nah:                                              Christ, der Retter ist da! Christ, der Retter ist da!

Stille Nacht, heilige Nacht!           Gottes Sohn, o wie lacht                                                  Lieb´ aus Deinem göttlichen Mund, da uns schlägt die rettende Stund´,                       Christ, in Deiner Geburt, Christ, in Deiner Geburt!"

 

Für die Seelsorgebereiche in Alfter und Bornheim Pfarrvikar Norbert Prümm

 

Eine gnadenvolle Weihnacht Ihnen und allen, mit denen Sie diese Tage zusammen sein können, und allen, die Ihnen fehlen.

 

auch im Namen aller Seelsorger/innen im Sendungsraum