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2. Weihnachtstag - Wortgottesdienst

Wortgottesdienst am Zweiten Weihnachtstag 26.12. 2020

Gottesdienst zum Download

Vorbereitung

Auf dem Tisch liegt eine Tischdecke, darauf steht eine Kerze, ein Kreuz und eine Bibel. Legen Sie den Gottesdienstablauf und das Gotteslob bereit.

 

Kreuzzeichen Wir beginnen unseren Gottesdienst „Im Namen des Vaters du des Sohnes du des Heiligen Geistes. Amen.“

 

 

Einführung

Nun ist die Zeit für Gebet und Gottesdienst. Gott will in seinem Wort bei uns sein. Heute gedenken wir mit allen Menschen in der Kirche dem Hl. Stephanus. Er war erfüllt von Gottes Geist und ist der erste Christ, der wegen seines Glaubens getötet wurde.

 

 

Lied Ihr Hirten erwacht GL 738,1+3

  1. Ihr Hirten erwacht! Erhellt ist die Nacht. Wie strahlts aus der Ferne, wie schwinden die Sterne! Es naht sich, es naht sich die leuchtende Pracht!

Der Herr ist zugegen mit himmlischer Macht!

  1. Nicht länger verweilt, nach Betlehem eilt! Da lieget im Stalle das Heil für Euch alle, ein Kindlein, geboren in Armut und Not, um siegreich zu wenden, was alles euch droht!

 https://www.youtube.com/watch?v=s4s4ezOfjIk

 

 

Gebet

Guter Gott,

wir sind jetzt hier miteinander versammelt.

Wir haben das Fest Deiner Geburt gefeiert. Du willst in allen Dunkelheiten und Sorgen bei uns sein. Öffne unsere Ohren und Herzen für Dein Wort, damit es Platz in unserem Leben und Tun hat.

Darum bitten wir dich, durch Jesus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Lesung Apg 6, 8–10; 7, 54–60

 

Lesung

aus der Apostelgeschichte

 

In jenen Tagen

tat Stephanus aber, voll Gnade und Kraft,

Wunder und große Zeichen unter dem Volk.

Doch einige von der sogenannten Synagoge der Libertiner und Kyrenäer und Alexandriner

und Leute aus Kilikien und der Provinz Asien erhoben sich, um mit Stephanus zu streiten;

aber sie konnten der Weisheit und dem Geist, mit dem er sprach, nicht widerstehen.

Als sie seine Rede hörten,

waren sie in ihren Herzen aufs Äußerste über ihn empört und knirschten mit den Zähnen gegen ihn.

Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel empor,

sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen und rief:

Siehe, ich sehe den Himmel offen

und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen. Da erhoben sie ein lautes Geschrei,

hielten sich die Ohren zu, stürmten einmütig auf ihn los,

trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn.

Die Zeugen legten ihre Kleider

zu Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß. So steinigten sie Stephanus;

er aber betete

und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!

Dann sank er in die Knie und schrie laut:

Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Nach diesen Worten starb er.

 

 

 

Lied: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht GL 450

 

Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht, es hat Hoffnung und Zukunft gebracht,

 

es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten, ist wie ein Stern in der Dunkelheit.

 

 https://www.katholisch.de/video/14043-gotteslobvideo-gl-450-gottes-wort-ist-wie-licht

Evangelium Mt 10, 17–22

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nehmt euch vor den Menschen in Acht! Denn sie werden euch an die Gerichte ausliefern und in ihren Synagogen auspeitschen. Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt werden,

ihnen und den Heiden zum Zeugnis. Wenn sie euch aber ausliefern,

macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt. Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden. Der Bruder wird den Bruder dem Tod ausliefern

und der Vater das Kind und Kinder werden sich gegen die Eltern auflehnen

und sie in den Tod schicken. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.

 

Evangelium unseres Herrn, Jesus Christus. Alle: Lob sei dir, Christ

 

Kurze Stille

Gedanken zur persönlichen Besinnung oder als Grundlage zum Austausch

 

Nach der frohen Weihnachtsbotschaft zeigen uns die Geschichte des Hl. Stephanus und die Worte des Evangeliums, dass es Folgen haben kann, Christ*in zu sein. Wenn ich Jesus nachfolge, wenn ich das Kind in der Krippe und seine Botschaft der Liebe Gottes zu allen Menschen ernst nehme, dann kann es sein, dass dies mein Leben nachhaltig beeinflusst.

„Du sollst deinen Feind lieben“, diesen Satz sagt uns Jesus. Er hat ihn selbst gelebt und in dieser Haltung starb auch Stephanus. Es heißt: „Er sank in die Knie und schrie laut: Herr rechne ihnen diese Sünde nicht an! Nach diesen Worten starb er.“ Jede*r von uns weiß, wie schwer uns schon oft Vergebung fällt gegenüber Menschen, die wir gern haben.

 

Wie soll das gehen - die Feinde lieben? Meine Gefühle sind gegenüber dem Feind ganz anders als die Gefühle gegenüber meinem Freund. Ich würde mir etwas vorlügen, wenn ich so tun würde: Ich finde dich nett. Das ist in der Bibel nicht gemeint. Den Feind lieben ist kein Gefühl. Den Feind lieben ist das Verhalten gegenüber einem Menschen, der mir Schlechtes will. Den Feind lieben heißt nicht: Ich habe dich gern. Den Feind lieben heißt: Obwohl du mein Feind bist, lasse ich es nicht zur Eskalation kommen, schlage ich nicht zurück, erkläre dich nicht zum Ungeheuer. Den Feind in diesem Sinn lieben, ihm vergeben, ist ein ungeheurer Kraftakt, der nur geschehen kann, wenn ich mir bewusst bin: Nicht anders kann die Spirale der Gewalt durchbrochen werden. Stephanus ist für diese Lebenshaltung ein Paradebeispiel. Und immer wieder haben Menschen diese Haltung gelebt, auch in jüngster Zeit. So Nelson Mandela, der Jahre lang wegen seiner Überzeugung unschuldig eingesperrt war. In seiner Autobiographie schreibt er: „Als ich aus der Zelle durch die Tür in Richtung Freiheit ging, wusste ich, dass ich meine Verbitterung und meinen Hass zurücklassen musste, oder ich würde mein Leben lang gefangen bleiben.“ Oder Antoine Leiris, der bei dem Massaker im Pariser Bataclan am 13. November 2015 seine Frau verlor und dann die unvergesslichen Worte gegenüber den Terroristen ins Netz postete: „Freitagabend habt ihr

das Leben eines außerordentlichen Wesens geraubt, das der Liebe meines Lebens, der Mutter meines Sohnes, aber meinen Hass bekommt ihr nicht.“ Stephanus sucht auch heute noch Nachfolger und er hat sie überall: Männer und Frauen – ohne Hass.

 

 

Fürbitten

 

Am Fest des heiligen Stephanus gedenken wir besonders der Opfer vielfältiger Gewalt und beten zu unserem Herrn:

 

-Für alle Menschen, die wegen ihres Glaubens und ihres Einsatzes für Arme und Unterdrückte verfolgt werden.

 

–  Stille –

Alle: Wir bitten Dich, erhöre uns!

 

-Für die Menschen in den Krisenherden dieser Welt, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden.

 

Stille –

Alle: Wir bitten Dich, erhöre uns!

 

-Für die Kinder die auf den Straßen und in Armut leben, die Tag für Tag um ihr Überleben kämpfen müssen.

 

–  Stille –

Alle: Wir bitten Dich, erhöre uns!

 

-Für alle, die in ihrer eigenen Familie Gewalt und Unterdrückung erleiden.

 

–  Stille –

Alle: Wir bitten Dich, erhöre uns!

 

-Für alle, die unter der Coronapandemie leiden: Für Kranke, Isolierte, Ärzt*innen und Pfleger*innen und alle, die in großer Sorge sind.

 

–  Stille –

Alle: Wir bitten Dich, erhöre uns!

 

Gott, auf dich richtet sich unser ganzes Vertrauen, denn du vermagst alles zum Guten zu führen, hier in dieser Zeit und in Ewigkeit.

 

 

 

Alle unsere Bitten nehmen wir mit hinein in das Gebet, das Jesus uns geschenkt hat.

 

So beten wir:

 

Vater Unser im Himmel, …

Segensgebet

 

Irischer Weihnachtssegen

 

Nicht, dass jedes Leid Dich verschonen möge, noch dass Dein zukünftiger Weg stets Rosen trage, keine bittere Träne über deine Wange komme, und dass kein Schmerz Dich quäle,

nein, dies alles wünsche ich Dir nicht.

 

Sondern: Dass dankbar Du allezeit bewahrst die Erinnerung an gute Tage,

dass mutig Du gehst durch alle Prüfungen,

auch wenn das Kreuz auf Deinen Schultern lastet, auch wenn das Licht der Hoffnung schwindet.

 

Was ich dir wünsche:

dass jede Gabe Gottes in dir wachse, dass einen Freund du hast,

der deiner Freundschaft wert.

 

Und dass in Freud und Leid

das Lächeln des Mensch gewordenen Gotteskindes Dich begleiten möge.

 

Amen.

 

Kreuzzeichen

So segne uns der menschgewordene Gott: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

 

Lied: Menschen, die ihr wart verloren GL 245

 

  1. Menschen, die ihr wart verloren, lebet auf, erfreuet euch! Heut ist Gottes Sohn geboren, heut ward er den Menschen gleich.

KV Lasst uns vor ihm niederfallen, ihm soll Preis und Dank erschallen: Ehre sei Gott, Ehre sei Gott, Ehre sei Gott in der Höhe!

 

  1. Welche Wunder reich an Segen stellt euch dies Geheimnis dar! Seht, der kann sich selbst nicht regen, durch den alles ist und war. KV Lasst uns…

 

  1. Menschen! Liebt, o liebt ihn wieder und vergesst der Liebe nie! Singt mit Andacht Dankeslieder und vertraut, er höret sie!

KV Lasst uns…

 

 https://www.youtube.com/watch?v=oQePxuXSxY8