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2. Weihnachtstag - Hausgottesdienst

Hausgottesdienst zum 2. Weihnachtsfeiertag

Gottesdienst zum Download

26. Dezember 2020

Man versammelt sich am Weihnachtsbaum, zündet eine Kerze an, legt ein kleines Kreuz daneben, ebenso das Gotteslob und eine Bibel.

 

Beginn: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.


Eröffnungsgedanke:

Das Tor des Himmels öffnete sich für Stephanus.
Er zog als erster der Märtyrer ein
und empfing die Liebe Gottes in Herrlichkeit.

Lied:  727 – Tauet, Himmel, den Gerechten

1. 'Tauet, Himmel, den Gerechten!
Wolken, regnet ihn herab',
rief das Volk in bangen Nächten,
dem Gott die Verheißung gab,
einst den Mittler selbst zu sehen
und zum Himmel einzugehen;
|: denn verschlossen war das Tor,
bis der Heiland trat hervor. :|

2. Voll Erbarmen hört das Flehen
Gott auf hohem Himmelsthron.
Alles Fleisch soll nunmehr sehen
Gottes Heil durch Gottes Sohn.
Eilend schwebt der Engel nieder,
mit der Antwort kehrt er wieder:
|: 'Sieh, ich bin des Herren Magd;
mir gescheh, wie du gesagt.' :|

 

Kyrie: 163,3 singen oder beten

            Herr Jesus, du Sohn des ewigen Vaters. Kyrie eleison.
            Du Kind der Jungfrau Maria. Kyrie eleison.

            Du Wort, das Fleisch geworden in unserer Mitte. Christe eleison.
            Du Licht, in unserm Dunkel erschienen. Christe eleison.

            Du Heiland der Armen und Kranken. Kyrie eleison.
            Du Retter aus Tod und Sünde. Kyrie eleison.

 

Gloria: 250 Engel auf den Feldern singen

Engel auf den Feldern singen,
stimmen an ein himmlisch Lied,
und im Widerhall erklingen
auch die Berge jauchzend mit.
Gloria in excelsis deo.
Gloria in excelsis deo.

Christ, der Retter, stieg hernieder,
der sein Volk von Schuld befreit!
Danket ihm mit euren Liedern,
seid zu seinem Lob bereit.
Gloria in excelsis deo.
Gloria in excelsis deo.

 

Tagesgebet:

Allmächtiger Gott,
wir ehren am heutigen Fest
den ersten Märtyrer deiner Kirche.
Gib, dass auch wir unsere Feinde lieben
und so das Beispiel des heiligen Stephanus nachahmen,
der sterbend für seine Verfolger gebetet hat.
Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.

Lesung: Apg 6, 8-10; 7, 54-60

8 Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk. 9 Doch einige von der sogenannten Synagoge der Libertiner und Kyrenäer und Alexandriner und Leute aus Kilikien und der Provinz Asien erhoben sich, um mit Stephanus zu streiten; 10 aber sie konnten der Weisheit und dem Geist, mit dem er sprach, nicht widerstehen. 54 Als sie das hörten, waren sie in ihren Herzen aufs Äußerste über ihn empört und knirschten mit den Zähnen gegen ihn. 55 Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen 56 und rief: Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen. 57 Da erhoben sie ein lautes Geschrei, hielten sich die Ohren zu, stürmten einmütig auf ihn los, 58 trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Die Zeugen legten ihre Kleider zu Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß. 59 So steinigten sie Stephanus; er aber betete und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! 60 Dann sank er in die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Nach diesen Worten starb er.

 

Psalm 31

            R: Herr in deine Hände lege ich meinen Geist.

Sei mir ein schützender Fels,*
ein festes Haus, mich zu retten!

Denn du bist mein Fels und meine Festung;*
um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.

In deine Hand lege ich voll Vertrauen meinen Geist;
du hast mich erlöst, HERR, du Gott der Treue.

Ich will jubeln und deiner Huld mich freuen; +
denn du hast mein Elend angesehn,*
du kanntest die Ängste meiner Seele.

In deiner Hand steht meine Zeit;
entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger!

Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht,*
hilf mir in deiner Huld!

Ehre sei dem Vater und dem Sohn,*
und dem Heiligen Geiste.

Wie im Anfang,*
so auch jetzt und alle Zeit. Amen.

            R: Herr in deine Hände lege ich meinen Geist.

 

Evangelium: Mt 10, 17-22

17 Nehmt euch aber vor den Menschen in Acht! Denn sie werden euch an die Gerichte ausliefern und in ihren Synagogen auspeitschen. 18 Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt werden, ihnen und den Heiden zum Zeugnis. 19 Wenn sie euch aber ausliefern, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt. 20 Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden. 21 Der Bruder wird den Bruder dem Tod ausliefern und der Vater das Kind und Kinder werden sich gegen die Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken. 22 Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.

 

Gedanken:

Liebe Schwestern und Brüder,

 

dieses Jahr ist so vieles anders, als wir es kennen. Solch eine Situation hat noch niemand von uns erlebt. Es ist so traurig, dass viele von uns Weihnachten nicht so feiern konnten und können wie sie es sich erhofft haben. Wir merken auf einmal, wie Traditionen in diesem Jahr nicht gelebt werden können. Das war im Advent so, das ist Weihnachten so und wird sicher noch einige Wochen so weiter gehen.

 

Auch die ersten Christen haben sicher nicht damit gerechnet, dass ihnen der Hass der Menschen so stark entgegentritt, wie es Stephanus erging. Lebensbedrohlich, ja sogar bis in den Tod. Und Stephanus ruft: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.“  Dazu passt das gestrige Evangelium, der Johannesprolog: „Wir haben seine Herrlichkeit gesehen“.  Das klingt vielleicht ein wenig staksig, aber es ist ein zutiefst weihnachtlicher Satz. Das ist die Erfahrung von Weihnachten, die viele Menschen, bis auf den heutigen Tag jedes Jahr machen. Mit dem Kind in der Krippe haben wir einen Blick auf die Herrlichkeit Gottes, die Liebe Gottes zu uns Menschen. Die Menschen ahnen – Gemeinschaft und Liebe – das sind die im Konsum verschütteten zentralen Botschaften des Weihnachtsfestes.

 

Stephanus hat auch diese „Wir“-Erfahrung gemacht. Er hat an die Herrlichkeit Gottes, an das Besondere einer Beziehung mit Gott geglaubt. Er hat mit anderen Frauen und Männern gemeinsam geglaubt. Diese haben in kleinen Gruppen miteinander gelebt, gebetet, diskutiert. Diese Wir-Erfahrung hat ihn so gestärkt, dass er in der Einsamkeit der Verfolgung und Anfeindung, ja sogar seiner Hinrichtung sagen konnte: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen“. Vielleicht wäre sich Stephanus einige Zeit früher auch nicht sicher gewesen, ob er der Anfeindung so Stand hat halten können. Zu sehr war und ist auch noch heute, der Glaube eine Wir-Erfahrung. Die Gemeinschaftserfahrung ist für unseren Glauben viel zu zentral und lebenswichtig.

 

Vielleicht ist dies auch ein aktuelles Problem unserer Kirche in dieser Zeit. Das Gemeinschaftsgefühl ist in dieser Zeit auf eine harte Probe gestellt. Wie werden wir die Zeit nach den Kontaktbeschränkungen miteinander leben?

 

Stephanus sieht, "… den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen." Dieser Menschensohn begegnet uns als kleines, schwaches Kind in der Krippe. Kann uns das nicht Vorbild sein?

Für Stephanus leuchtet die Krippe des Himmels und wir dürfen feststellen, dass die Weihnachtsfreude, dass Gott Mensch geworden ist, auch in Krisensituationen hält – das ist die Botschaft des heutigen Tages.

 

Haben wir also den Mut, die Freude und Liebe – die Botschaft der Weihnacht – Gott ist Mensch geworden und zwar für jeden Einzelnen von uns – weiterzutragen an unsere Kinder, Nachbarn und Freunde.

 

Glaubensbekenntis:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn,
unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

 

Fürbitten:

Guter Gott, mit der Geburt Jesu Christi bist du uns nahegekommen. Mit unseren Bitten und Nöten kommen wir zu Dir.

 

Hier kann jeder Mensch die eigenen Bitten vor Gott tragen.

 

Wir wissen, Du bist bei uns – darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.

 

Vater unser:

Vater unser im Himmel,
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Schlussgebet:

Herr unser Gott,
wir danken dir für die Gnade dieser festlichen Tage.
In der Geburt deines Sohnes schenkst Du uns das Heil;
im Sterben des heiligen Stephanus zeigst Du uns das Beispiel
eines unerschrockenen Glaubenszeugen.
Wir bitten Dich:
Stärke unsere Bereitschaft, deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus,
standhaft zu bekennen, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Dazu segne uns der gute und leibende Gott:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Lied: 734 Heiligste Nacht

  1. Heiligste Nacht! Heiligste Nacht!
    Finsternis weichet, es strahlet hienieden
    lieblich und prächtig vom Himmel ein Licht.
    Engel erscheinen, verkünden den Frieden,
    Frieden den Menschen, wer freuet sich nicht?
    Kommet, ihr Christen, o kommet geschwind,
    seht da die Hirten, wie eilig sie sind!
    Eilt mit nach Davids Stadt!
    Den Gott verheißen hat,
    liegt dort als Kind,
    liegt dort als Kind.
  2. Göttliches Kind! Göttliches Kind!
    Du, der gottseligen Väter Verlangen,
    Zweig, der der Wurzel des Jesse entsprießt.
    lass dich mit inniger Liebe umfangen,
    Sei uns mit herzlicher Demut gegrüßt:
    Göttlicher Heiland, der Christenheit Haupt,
    was uns der Sündenfall Adams geraubt,
    schenket uns deine Huld,
    sie tilgt die Sündenschuld
    jedem, der glaubt,
    jedem, der glaubt.