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Gottesdienstimpuls zum 1. Adventssonntag

Den Gottesdienstimpuls können Sie hier als PDF herunterladen.

In diesen Tagen sind wir voller Hoffnung und Zuversicht und gleichzeitig voller Sorge und Befürchtungen. Auf der einen Seite wünschen wir, dass die Beschränkungen baldmöglichst aufgehoben werden können, und fragen uns, ob es wirklich nötig ist, dass wir uns so streng daran halten. Wir sind es leid. Zumal in dieser Zeit vor Weihnachten ja das Zusammensein fast unverzichtbar dazu zu gehören scheint. Gott kommt uns Menschen ganz nah, und wir sollen Abstand halten selbst von den engsten Angehörigen, damit – vielleicht – Weihnachten wenigstens das Zusammensein mit der Familie möglich sein wird. Dahinein will uns Gott am ersten Advent Sein Wort sagen, das ermutigt, festigt und uns stark machen will, das zu tun, was notwendig ist, ohne die Hoffnung zu verlieren.

Hilfreich dafür ist das wieder das gute Sitzen, vielleicht eine aufgeschlagene Bibel oder ein Gotteslob, ein aufgestelltes Kreuz, eine Kerze, oder auch ein Adventskranz, ein Adventskalender, so dass für Sie eine Andachtsatmosphäre entsteht.

Dann kann diese Begegnung mit Gott mit dem Kreuzzeichen beginnen.

 

LIED: Gotteslob 554, 1.

""Wachet auf", ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, "wach auf, du Stadt Jerusalem."

Mitternacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit hellem Munde: "Wo seid ihr klugen Jungfrauen?

Wohlauf, der Bräut'gam kommt, steht auf, die Lampen nehmt. Haleluja. Macht euch bereit zu der Hochzeit. Ihr müsset ihm entgegen geh'n.“"

 

Das gilt, auch in diesem Jahr und unter diesen Umständen. Wir erinnern nicht nur ein vergangenes Ereignis, wir feiern dieses Ereignis, damit es heute unter uns Gegenwart wird. Natürlich will Gottes Sohn nicht wieder als neugeborenes Kind in die Welt kommen. Aber in so manchem, was mir begegnet, will ER zu mir kommen, und in so manchem, wie ich anderen begegne, will ER zu ihnen kommen. Bitten wir IHN um Sein Erbarmen, dass wir dessen immer mehr inne werden, es erleben und leben:

 

Kyrie: Gotteslob 160

Gott des Vaters ew'ger Sohn, der DU kommst vom Himmelsthron:
Christus, Herr, erbarme Dich.

Aufgang des wahren Lichts, König des Weltgerichts:
Christus, erbarme Dich

Friede, der zur Erde kam, Wort, das unser Fleisch annahm,
Christus, Herr, erbarme Dich!

Der allmächtige Gott erbarme sich meiner, er nehme von mir alles, was mich einschließt in meine Sorgen und Befürchtungen, meine Trauer und meine Ungeduld, meine Pläne und Hoffnungen, öffne mich für die Begegnung mit IHM in Seinem Wort und führe mich so gelassen und engagiert zugleich durch diese Zeit in Seine Ewigkeit. Amen.

 

Gebet

Herr unser Gott,
alles steht in Deiner Macht; Du schenkst das Wollen und das Vollbringen. Hilf uns, Christus entgegen zu gehen, uns durch Taten der liebe auf Sein Kommen vorzubereiten. Und so den Platz zu Seiner rechten zu erhalten, wenn ER kommt, Jesus Christus, unser Herr, der mit Dir und Dem Geist lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

(nach dem Tagesgebet)

 

Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja, Kapitel 63, Vers 16b – Kapitel 64, Vers 7 in Auswahl:

" Du, Herr, bist unser Vater, „Unser Erlöser von jeher“ wirst Du genannt. … Reiß doch den Himmel auf, und komm herab, … .Wie unreine Menschen sind wir alle geworden, … wie Laub sind wir alle verwelkt, unsere Schuld trägt uns fort wie der Wind. … Denn Du hast Dein Angesicht vor uns verborgen und hast uns der Gewalt unserer Schuld überlassen. Und doch bist Du, Herr, unser Vater. Wir sind der Ton, und Du bist der Töpfer, wir alle sind das Werk Deiner Hände.“

 

LIED : Gotteslob 231, 1. + 2. + 4.

„O Heiland, reiß die Himmel auf, herab, herab vom Himmel lauf. Reiß ab vom Himmel Tor und Tür, reiß ab, wo Schloß und Riegel für.

O Gott, ein Tau vom Himmel gieß, im Tau herab, o Heiland, fließ. Ihr Wolken brecht und regnet aus den König über Jakobs Haus.

Wo bleibst Du, Trost der ganzen Welt, darauf sie all ihr Hoffnung stellt? O komm, ach komm vom höchsten Saal, komm, tröst´ uns hier im Jammertal.           

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus 13, 124 – 37,  i.A.

"Jesus sprach zu Seinen Jüngern: In jenen Tage, nach der großen Not, wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen. … Seht euch also vor, und bleibt wach! …. Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, … . Er soll euch, wenn Er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. Was ich aber euch sage, das sage ich allen.“

 

Zum Nachdenken

Nein, es geht nicht um Verklärung, um eine süße Soße, die über unsere Gefühle, Erwartungen wie Befürchtungen oder Hoffnungen, gegossen wird, damit sie zumindest einen Moment lang uns nicht mehr in den Griff nehmen. Sie werden eher noch gesteigert: vollkommene Hoffnung, aber eben auch vollkommene Befürchtung. Unsere Gefühle sind Teil, Ausdruck dessen, was für die ganze Schöpfung im ganz großen Zusammenhang gilt: auf der einen Seite von Gott sehr gut geschaffen und in Seiner Liebe gehalten und auf der anderen Seite so bedrückend, schlimm, katastrophal, dass man mit Martin Luther meinen könnte, sie ist total verdorben. Und das gilt nicht nur für bestimmt Teile der Schöpfung, das gilt für die ganze Schöpfung und für alles in ihr, wie wir schmerzlich erleiden mussten in diesen Jahren eben auch für die Kirche und ihre oft nicht zu Unrecht bewunderten Heiligen. Und das gilt auch für mich und mein Leben, das manchmal so großartig sein kann, und so gut für andere, aber manchmal eben auch grau oder gar für andere ein Kreuz. Und in dieses Leben, in kein anderes, kommt Gottes Sohn. Nicht nur da, wo alles auf Hochglanz getrimmt ist, wo alle Wünsche erfüllt sind, wo keiner übersehen wird, vergessen, an den Rand gedrückt, kommt Gott, sondern in das normale durchmischte Leben. Vielleicht können wir das dieses Jahr besonders gut empfinden, weil die Bedingungen nun einmal so sind, dass so vieles zu wünschen bleibt.

Ich möchte Sie und mich selbst auch ermuntern, in all dem, was nicht so ist, wie wir es uns wünschen, noch planen, hoffen, … , was uns querläuft, bedrückt, wach zu werden, Ausschau zu halten, wie ER auch, ja vielleicht gerade dort ankommen will. Lassen wir uns nicht verzehren von der Sehnsucht nach den schönen und gewohnten Abläufen, von dem Schmerz, dass uns so Manches verwehrt ist, sondern öffnen wir uns für neue Ideen, Einfälle,  wie wir in all dem einander und anderen zeigen können, dass wir zusammen gehören, dass wir einander wichtig sind, dass wir uns gegenseitig das Leben bereichern, dass jeder und jede unverzichtbar ist und wert, dass Gott zu ihm, zu ihr kommt. O Heiland reiß den Himmel auf! Amen.

 

LIED: Gotteslob 221, 3. - 5.:

 "Aus Gestein und Wüstensand werden frische Wasser fließen; Quellen tränken dürres Land, überreich die Saaten spreißen.

KV: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.

Blinde schau´n zum Licht empor, Stumme werden Hymnen singen, Tauben öffnet sich das Ohr, wie ein Hirsch die Lahmen springen.

KV

Gott wird wenden Not und Leid. Er wird die Getreuen trösten, und zum Mahl der Seligkeit ziehen die vom Herrn Erlösten.

KV.“  

 

Gebet um das Kommen Jesu, des Gottessohnes, des Heilands:

Komm, Du Heiland, heile uns.

Heile unsre Ängste, dass sie werden licht.
Heile unsre Zweifel, dass sie werden stumm.
Heile unsre Ichsucht, dass sie werde still.
Heile unsre Bosheit, dass sie werde stumpf.

Komm, Du Heiland, heile uns. Komm, Du Wort, und weise uns.

Heile unsre Herzen, dass sie werden weit.
Heile unsre Sinne, dass sie werden klar,
Heile unsre Worte, dass sie werden wahr,
Heile unsre Hände, dass sie werden rein.

Komm, Du Heiland, heile uns. Komm, Du Wort und weise uns.
Komm, Du Licht, und leuchte uns.

Heile jeden Menschen, dass er werde ganz.
Heile unsre Kirche, dass sie werde eins.

Heile alle Völker, dass sie werden frei.
Heil´ die ganze Erde, dass sie friedvoll sei.

Komm, Du Heiland, heile uns. Komm, Du Wort und weise uns.
Komm, Du Licht und leuchte uns. Komm, Du Leben, trage uns.

Komm, Du Heiland, heile. Komm, die Zeit ist reif.
Heile Du mit Liebe, heile Du mit Macht, heil´ mit Deinem Geiste,
der das Neue schafft.

AMEN.

(aus der Andacht „Erwartung“ Gotteslob 675, 1)

 

Lassen wir all unsere Gefühle und Bitten einmünden in das Gebet des Herrn:

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde Dein Name,

Dein Reich komme,

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden,

unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,

und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

A  M  E  N  .

 

Gebet:

„ DU hast das Leben allen gegeben,

gabst uns heut´ Dein gutes Wort.

So gehe Dein Segen auf unseren Wegen,

bis die Sonne sinkt, mit uns fort.

DU bist der Anfang, dem wir vertrauen,

DU bist das Ende, auf das wir schauen.

Was immer kommen mag, DU bist uns nah´.

Wir aber gehen,

von DIR gesehen,

in DIR geborgen

durch Nacht und Morgen

und singen ewig DIR

Hallleuja.“

 (nach Jörg Zink, Gotteslob 11, 4 )

 

Dazu segne Euch,

eure Angehörigen und alle, für die Ihr heute gebetet habt,

der allmächtige und barmherzige Gott,

der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

AMEN.

 

LIED: ( GL 218, 1. + 5. )

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr, der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich an Rat.

Komm, o mein Heiland, Jesu Christ, mein´ s Herzenstür Dir offen ist. Ach zieh´ mit Deiner Gnade ein, Dein´ Freundlichkeit auch uns erschein´. Dein Heil´ger Geist uns füh´r und leit´ den Weg zur ew´gen Seligkeit. Dem Namen Dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr.

 

Für die Seelsorgebereiche in Alfter und Bornheim Pfarrvikar Norbert Prümm