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27.01.2021 Wochenimpuls

HIER. Bei DIR Wochenimpuls der Hoffnung des Sendungsraumes Alfter Bornheim (PG Alfter, Bornheim An Rhein und Vorgebirge und SB Bornheim-Vorgebirge)

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Foto: Stanislaw Mucha

 

Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

 

Anklage und Versprechen

Ob auch die Stunden verrinnen,
ob auch die Jahre vergehn,
es soll euch nicht gelingen,
uns schwach und verzagt zu sehn.

Und droht uns auch Tod und Verderben
- gar viele schon gingen zur Ruh -,
ihr decktet ihr mutiges Sterben
mit neuen Verbrechen zu.

Wir rächen euch, ihr Brüder,
ihr Schwestern ohne Zahl!
Schon winkt aus der Ferne die Freiheit
und neuen Kampfes Signal.

Dann bauen wir euch ein Denkmal,
doch nicht aus kaltem Stein;
wir bauen ein neues Deutschland
und das soll unser sein!


Text: Anna Stiegler
1881 - 1963 – SPD-Politikerin in Bremen
1940 - 1945 - in Ravensbrück inhaftiert

 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder,

liebe Mitmenschen,

 

immer wieder bin ich sprachlos vor Trauer, Wut und Entsetzen. Wozu sind Menschen in der Lage? Wieso meinen manche Menschen, sie seien mehr wert als andere? Wieso denken manche Menschen sie hätten ein größeres Recht zu leben,
zu führen, zu entscheiden?

 

Der Nationalsozialismus wurde vor 76 Jahren bezwungen, aber weltweit gibt es weiterhin Tendenzen von Nationalismus, Völkermord und Rassismus. Totalitäre Herrschaftssysteme gibt es zu viele auf dieser Erde. Verfolgung, Folterung und Haft sind immer noch Mittel der Einschüchterung und der Drang nach Vernichtung Andersdenkender und Andersglaubender sind immer noch Teil unserer Realität.

 

Wir dürfen Hoffnung haben, denn Gott ist bei uns. Trotzdem

müssen wir wachsam sein und dürfen nicht still sein, wenn Unterdrückung, Intoleranz sich breit machen. Jede und jeder an seiner Stelle.

Für die Pastoralteams der Seelsorgebereiche Alfter,
Bornheim - an Rhein und Vorgebirge und Bornheim-Vorgebirge

Ihr/Euer Martin Sander, Diakon

Von guten Mächten - Dietrich Bonhoeffer

 

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.